Kapitulasjonsavtalen fra 1940

I denne artikkelen fra Norsk Lexi finner du hele
kapitulasjonsavtalen mellom Norge og Tyskland fra 10. juni
1940, gjengitt i sin helthet i det tyske originalspråket.


Kapitulasjonen i 1940 ble undertegnet 10.6. kl. 17 i Britannia
Hotel i Trondheim, av oberstløytnant Ragnvald Roscher Nielsen
fra norsk side og oberst Erich Buschenhagen fra tysk. Den
trådte i kraft straks, mens kampene mellom de norske og tyske
styrker hadde vært innstilt siden midnatt 9.6.
Ordren om å trekke seg tilbake natten til 8.6. kom
overraskende på de norske styrkene i fjellene ved Narvik, som
akkurat gjorde seg klar til å presse general Dietls styrker ut av
Norge. Men de allierte hadde trukket seg ut, kongen og
regjeringen hadde forlatt landet, og det var ikke annet å gjøre
enn å kapitulere.
Kapitulasjonen 10.6. har vært gjenstand for en hissig debatt
alle år siden. To syn står fortsatt steilt mot hverandre: 1) det
var bare de norske styrkene i Nord-Norge som la ned våpnene,
mens Norge som stat fortsatt var krigførende under ledelse av
regjeringen i London; og 2) kapitulasjonen var total, Norge la
ned våpnene og var ikke lenger i krig.
Årsaken til den hissige diskusjonen er synet på rettsoppgjøret
etter krigen. Mange ble dømt for «bistand til fienden», men om
landet ikke lenger var i krig, var det heller ingen fiende, og de
ble dømt på feil grunnlag. Det er først og fremst de som ble
rammet av rettsoppgjøret som har hevdet at kapitulasjonen var
total.
Den andre siden, som omfatter de fleste faghistorikere og
jurister, har ment at det bare var stridskreftene som kapitulerte,
mens Norges regjering dro ut av landet for å fortsette kampen.
Den inngikk ingen avtale om fred, og Norge var altså fortsatt i
krig.
Debatten har ofte konsentrert seg om teksten til
kapitulasjonsavtalen, særlig om uttrykket «die gesamten
norwegischen Streitkräfte» betyr «de samlede» eller
«samtlige» norske stridskrefter, og om dette refererer til hele
det norske forsvaret, eller bare til 6. div., som var den eneste
som fortsatt var i kamp på norsk jord. Dette er filologiske
spissfindigheter som ikke kan ha hatt noen betydning for hva
den enkelte valgte å gjøre. Hovedsaken måtte bli om man
aksepterte London-regjeringen som den eneste lovlige
regjering eller ikke. I de første forvirrede månedene var det
ikke bare NS-tilhengere som vaklet i dette spørsmålet.

# Kapitulasjonsavtalen fra 1940: Zwischen dem dem deutschen
Oberkommando in Norwegen, vertreten durch
Herrn Oberst im Generalstabe Buschenhagen und dem
norwegischen Oberkommando, vertreten durch
Herrn Oberstleutnant im Generalstabe R.Roscher-Nielsen ist
heute nachstehendes
A b k o m m e n

gesch1ossen worden:
In Anbetracht der tapferen Haltung der norwegischen 6.
Division werden ihr fur die Niederlegung der Waffen
nachstehende ehrenvolle Bedingungen gewährt:
§ 1.
Die gesamten norwegischen Streitkräfte legen die Waffen
nieder und werden sie während der Dauer des gegenwärtigen
Krieges nicht wieder gegen das Deutsche Reich oder dessen
Verbundete ergreifen.
§ 2.
Das norwegische Oberkommando ubergibt sogleich die in
seinem Gewahrsam befindlichen deutschen Kriegsgefangenen
sowie eine Liste etwa abtransportierter Verwundeter und
Gefangener. Das deutsche Oberkommando ubernimmt die
Aufsicht uber die deutschen und die den alliierten Truppen
entstammenden Verwundeten. Die ärztliche Betreuung
ubernehmen die zuständigen norwegischen Stellen.
§ 3.
Das norwegische Oberkommando veranlasst die Niederlegung
und Auslieferung aller vorhandenen Waffen, militärischen
Fahrzeuge zu Lande und zu Wasser, der vorhandenen Vorräte
an Munition, Gerät, Brennstoffen, Schmierstoffen, Bereifung
und Sprengstoffen in unversehrtem Zustand. Bezüglich der
vorhandenen Vorräte, die nicht übergeben werden können,
wird ein vollständiges Verzeichnis übergeben, desgleichen
uber alle Schiffe über 100 Tons. Das deutsche Oberkommando
wird die für die Ernährung der Bevölkerung erforderlichen
Fahrzeuge, welche ihm vollzählig und eindeutig auf einer Liste
zu bezeichnen sind, freigeben.
§ 4.
Das deutsche Oberkommando wird nact erfolgter Auslieferung
der deutschen Kriegsgefangen sowie der Waffen und weiteren
Gegenstände die Entlassung der nicht beruflich dienenden
Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in ihre Heimat
bewilligen. Berufssoldaten haben die Wahl zwischen Abgabe
ihres Ehrenworts, in diesem Krieg nicht wieder gegen das
Deutsche Reich oder seine Verbündeten die Waffen
aufzunehmen, oder ehrenvoller Kriegsgefangenschaft.Den
Offizieren verbleiben ihre persönlichen Waffen.
§ 5.
Das norwegische Oberkommando wird dem Deutschen
Oberkommarndo umgehend ein vollständiges Verzeichnis aller
angelegten Kampfhindernisse, z. B. Land- und Seeminen,
Sperren, vorbereitete Sprengungen einschliesslich der von
alliierten Truppen hergestellten, mit Lageskizzen sowie eine
Skizze der sämtlichen vorhandenen Nachrichtenmittel (Draht,
Funk usw.) übergeben.
Das norwegische Oberkommando wird dem deutschen
Oberkommando alle erforderlichen, in seinem Bereich
befindlichen Fahr zeuge und weiteren Räummittel zur
Beseitigung der in vorigem Absatz bezeichneten
Kampfhindernisse zu Lande und zu Wasser zur Verfügung
stellen.
Das norwegische Oberkommando wird für die alsbaldige
Benutzbarkeit der Flugplätze Bardufoss und Skaanland Sorge
tragen. Das norwegische Oberkommando wird sich sogleich
der Benutzung der vorhandenen Nachrichtenmittel zum
Verkehr mit dem Ausland enthalten und Vorkehrungen treffen,
dass auch durch Zivilbehörden und Privatpersonen kein funk-
Telefon- und Telegrammverkehr mit den gegen das Deutsche
Reich im Kriege befindlichen Staaten stattfindet. Der
Grenzverkehr mit Schweden und Finnland bleibt in dem
wirtschaftlich erforderlichen Umfang aufrechterhalten.
§6.
Das norwegische Oberkommando wird. auf Anforderung dem
deutschen Oberkommando Schiffsraum unter seekundiger
Führung in dem erforderlichen Ausmasse für
Wehrmachtstransporte gegen Vergütung zur Verfügung stellen.
§ 7.
Die bereits vom norwegischen Oberkommando eingeleitete
Demobilmachung wird auf die in Finnmarken stehenden
norwegischen Truppen ausgedehnt, die Bestimmungen über
die Niederlegung und Ablieferung der Waffen, des Geräts usw.
treffen auf sie in gleichem Ausmass zu; ausgenommen sind 2
Bataillone und 1 batterie an der Ostfinnmärkischen Grenze.
Diese versehen bis zur endgültigen Regelung des
Grenzschutzes unter dem Befehl des Fylkesmannes von
Finnmark und unter der Bezeichnung
Grenzschuts-Polizei-Bataillon bezw.-Batterie den Grenzschutz
wie bisher.
§ 8.
Das norwegische Oberkommando wird die zuständigen
Behörden anweisen, den Forderungen der deutschen
Wehrmacht zum Schutz Norwegens und zur Sicherstellung der
Schiffs- und Luftfahrt in Bezug auf Lotsen- Seezeichen- und
Leuchtfeuerwesen sowie auf den Wetterdienst zu entsprechen.
§ 9.
Dieses Abkommen tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Zur
Regelung von Einzelheiten seiner Durchführung ist der
Verbindungsoffizier der deutschen Wehrmacht beim
norwegischen Oberkommando bevollmächtigt. Das Abkommen
ist in fünf deutschen und fünf norwegischen Ausfertigungen
hergestellt.Für seine Auslegung ist der deutsche Text
massgeblich.

Trondheim, den 10. Juni. 1940
Für das Deutsche Oberkommando
gez. Buschenhagen
Oberst im Generalstab        Für das norwegische
Oberkommando
gez. Roscher-Nielsen
Oberstleutnant im Generalstab


Erängzung des Abkommens zwischen dem deutschen
Oberkommando Norwegen und dem norwegischen
Oberkommando vom 10. 6. 40.

In Ergänzung der Kapitulationsverhandlungen wurden folgende
Bestimmungen zwischen
Oberst i. G. Buschenhagen und
Obstl. i. G, Roscher-Nielsen
am 11.6.40 in Narvik getroffen:

1.) Die Grenzpolizeibataillone in Finnmarken werden dem
deutschen Oberkommandounterstellt. Weisungen erhalten sie
auf dem Wege über den Fylkesmann in Finnmark.
2.) Distriksoffiziere rechnen nicht zu den Berufsoffizieren.
3.) Zu den persönlichen Waffen der Offiziere gehören auch die
Pistolen.
4.) Die Übermittlung der Kapitulationsbedingungen und
sonstiger Nachrichten des norwegischen Oberkommandos an
die frühere norwegische Regierung in England wird nicht
zugelassen.
Dem norwegischen Oberkommando wurde ferner die sofortige
Freilassung und Heimbeförderung aller deutscher
Zivil-Jnternierten (auf norwegische Kosten) und die Freilassung
solcher Norweger, die wegen Begünstigung Deutschlands z.B.
Lotsen, festgesetzt waren, auferlegt.
Gez. Buschenhagen